Toleranz gegen Homophobie

Der Bericht einer Diskussion unter Jugendlichen1*wJ5vG2ygJT8fWVAw-J6Xow.png

https://voicerepublic.com/talks/toleranz-gegen-homophobie

Die Frage, was man denn von Homosexualität halte, polarisiert eine Gruppe von Menschen sofort. Die eine Seite findet gleichgeschlechtliche Liebe “abnormal” und “eklig”, die andere Seite stellt sich dem entgegen und vertritt oftmals die Meinung, jeder solle doch so leben, wie er oder sie möchte.

Solch eine Diskussion kam heute auch in meiner Klasse auf. Davon möchte ich berichten und meine subjektive Meinung zu dem Ganzen abgeben.


An dieser Stelle kurz zu meiner Person:

Mein Name ist Finn, ich bin 15 Jahre alt und besuche die 10. Klasse. In meiner Freizeit unterstütze ich als Helfer den örtlichen Sportverein oder gehe meiner großen Leidenschaft, der Musik, nach. Außerdem twittere ich viel und bin auch auf jeglichen anderen Socialmedia-Plattformen unterwegs. Wenn Bedarf besteht, mich zu einem Thema zu äußern und das in 140 Zeichen nicht möglich ist, werde ich nun meine Meinung in Online-Artikeln wie diesem hier unterbringen.


Als ich heute morgen aus der Pause zurück in meine Klasse kam, fand ich eine Runde diskutierender Mitschüler vor, die sich schon fast hitzig über ein Thema stritten, welches ich nicht gleich verstand. Es stellte sich heraus, dass sie über “schwul sein” diskutierten. Ich wurde hellhörig. Es war eine typische “Jungs-gegen-Mädchen”-Diskussion, wobei ich mich, auch wenn ich meine Meinung nicht in die Runde schmiss, recht schnell dem Standpunkt der Mädchen anschloss.

“Schwul sein ist eklig, falsch und unnormal”, war die Grundaussage der argumentierenden Jungs. Ich gehe mal davon aus, dass das eine typische männliche Sichtweise ist, die dort offengelegt wurde.

Anders bei den Mädchen: Sie waren sehr viel offener und toleranter gegenüber der Lebensführung von gleichgeschlechtlich lebenden und liebenden Menschen. Die Aussage hier eher: “Jeder soll so leben, wie er oder sie möchte”.


Die interessantesten Aussagen kamen auf, nachdem ein Mädchen die Frage stellte, was die Jungs denn machen würden, wenn ihr Kind schwul, im Falle eines Sohnes, oder lesbisch, im Falle eines Mädchens, wäre. Da ging es aber so richtig los. “Ich würde ihm erstmal eine Respektschelle geben!”, hieß es da von einem. Ein anderer würde sich in seiner Ehre verletzt fühlen und angeblich ernsthafte Schwierigkeiten haben, sein Kind weiterhin so zu lieben, wie vor der “Beichte”.

Alleine über die letzte Aussage könnte ich mich tagelang aufregen. Ein Teenager, der seinen Eltern erzählt, er sei homosexuell, muss doch alle mögliche Unterstützung von seinen Eltern erwarten können. Nicht? Ich würde immer versuchen, dass mein Kind so glücklich ist, wie es lebt und keine Angst haben muss irgendetwas mit mir zu besprechen.

Ein Junge meinte tatsächlich noch, dass er seinen Sohn so erziehen würde, dass er gar nicht schwul werden könnte. Nein. Ich muss ihn enttäuschen. Da wird er wohl nichts dran ändern können. Er kann ihm höchstens das Gefühl geben, mit seinem intoleranten Vater nicht alles besprechen zu können, was ihm am Herzen liegt.


“Ich habe ja nichts gegen Schwule, aber…”

Wenn ich diesen Satzanfang schon höre stellen sich mir die Nackenhaare auf. Wir wissen doch alle, wie es weiter geht:

… die sollen sich nicht in der Öffentlichkeit küssen.

oder

… die sollen mich und meine Kinder nicht belästigen.

Natürlich dürfen sich Schwule küssen. Warum denn nicht? Auch in der Öffentlichkeit. Und mal ganz ehrlich: Wer von euch hat schonmal mitbekommen, dass ein Schwuler Kinder belästigt? Solche Sätze dürfen nicht fallen. Wer homosexuell ist verstößt in Deutschland gegen kein Gesetz und hat somit jegliche Freiheiten.


Ich bin und werde absichtlich nicht auf die Religion oder Herkunft der Beteiligten eingehen. Dennoch möchte ich kurz die, in solchen Diskussionen oft gestellte, Frage in den Raum werfen, warum Gott zwei Geschlechter erschaffen hat, wenn er gewollt hätte, dass es auch gleichgeschlechtlich liebende Menschen gibt. “Liebe” ist rein chemisch gesehen nicht abhängig vom Geschlecht. Um genau zu sein, kann man sogar nicht nur einen Menschen lieben, sondern auch alles andere. Ja, meinetwegen sogar einen Stein. Die Chemie entkräftet also auch diese These.

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