Fernbeziehung – Mit den Nerven immer am Ende

Das könnte ich nicht.

Ich stell’ mir das ja total anstrengend vor.

Wie machst du das nur?

Ich führe nun seit eineinhalb Jahren eine Fernbeziehung. Und ja: Es ist anstrengend. Es ist verdammt anstrengend. Glücklicherweise sind es nicht tausende von Kilometern, die wir überbrücken müssen, sondern nur eine Strecke in Deutschland. Aber die Verabredungen für Wochenenden sind trotzdem immer schwierig.


Wir gehen beide noch zur Schule und können uns so nicht in der Woche besuchen, sondern müssen immer auf Wochenenden oder Ferien ausweichen, um uns im “Reallife” zu sehen. Skype ist einer der wichtigsten Knotenpunkte in unserer Beziehung. Videotelefonie bietet die einzige Möglichkeit, sowohl in Bild, als auch in Ton miteinander zu kommunizieren. Und das ist sehr wichtig. In einer Beziehung, in der die Partner vielleicht nur eine halbe Stunde auseinander wohnen, würde auch immer eher der persönliche Kontakt gesucht werden. Manchmal gehen Stunden drauf, in denen wir vor unseren Computern oder Handys sitzen, skypen oder miteinander schreiben, aber trotzdem bleibt oft ein kleines Gefühl, dass man mehr will.

Am schlimmsten ist es, wenn das Internet mal wieder gegen uns spielt. Abbruch hier, kaum verständlicher Roboterton da; Oft hat man das Gefühl, die Technik wolle einen nicht glücklich sehen. Aber auch über solche Zwischenfälle kommt man hinweg.


Streit ist doof. Sowohl in einer “normalen” Beziehung, als auch in einer Fernbeziehung. Wenn man sich streitet, versucht man es zu klären. Kann ich meinen Partner persönlich sehen, kann ich mich hinsetzten und mit ihm reden. Lebe ich in einer Fernbeziehung, habe ich keinerlei Möglichkeit, auch nur an ihn ranzukommen, wenn er mich ignoriert und sich nicht bei mir melden möchte. Ich kann schließlich nicht einfach vor der Tür stehen.


Der größte Erfolg in einer Fernbeziehung ist es, einen Termin zu finden, Tickets für die Fahrt zu kaufen und sich sicher sein zu können, seinen Liebsten bald wiederzusehen. Ein unglaublicher Moment. Trifft man sich nicht zum ersten Mal, wirkt alles sofort wieder so vertraut und als wäre man nur für ein paar Tage weg gewesen, obwohl auch mal 4–6 Wochen zwischen zwei Treffen liegen können. [So jedenfalls in meinem Fall. Bei LDRs, die sich über den gesamten Globus erstrecken, können Monate vergehen.] Und in dieser Zeit muss die Liebe unglaublich stark sein. Man muss einander vertrauen und sich voll und ganz auf den Anderen verlassen. Eifersucht darf eigentlich nicht vorkommen. Man darf höchstens auf die Leute eifersüchtig sein, die den Partner jeden Tag sehen.


Eine Fernbeziehung zu führen ist nicht leicht und immer auch mit Trauer und schrecklich großer Sehnsucht verbunden, aber trotz aller Hindernisse, die die Distanz in einer Fernbeziehung mit sich bringen, bin ich fest davon überzeugt und erlebe ja auch selbst, dass es funktionieren kann. Ein Paar kann es schaffen. Ein Paar kann es so lange aushalten. Ein Paar kann die Entfernung auf sich nehmen. — Wenn die Liebe nur groß genug ist.

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